Krankenversicherung

In Deutschland besteht ein Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung (PKV). Die Mehrheit der Bevölkerung ist bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, obwohl das Leistungsniveau in der privaten Krankenversicherung oftmals höher ist. Kassenpatienten können ihren Versicherungsschutz allerdings durch eine Zusatzversicherung erweitern.

Gesetzliche Krankenversicherung
Die gesetzlichen Krankenkassen bieten einen weitgehend einheitlichen Schutz. Leistungen, die über die sogenannte Regelversorgung hinausgehen, müssen Versicherte selbst zahlen. Jede Krankenkasse kann einen eigenen Zusatzbeitrag erheben, sodass sich die Kassen teils deutlich in der Beitragshöhe unterscheiden.

Private Krankenversicherung
Beamte, Selbstständige und Studenten können sich unabhängig von ihrem Einkommen für die PKV entscheiden. Arbeitnehmer müssen dagegen eine bestimmte Einkommenshöhe nachweisen. Einer der größten Vorteile der privaten Krankenversicherung sind hochwertigere Leistungen im Vergleich zu den gesetzlichen Krankenkassen

Krankenzusatzversicherung
Mit Zusatzversicherungen erweitern gesetzlich Versicherte die Leistungen ihrer Krankenkasse deutlich. Sie ermöglichen unter anderem beim Arzt, beim Zahnarzt, beim Heilpraktiker, im Krankenhaus und bei Pflegebedürftigkeit einen umfassenderen Versicherungsschutz als die reinen Kassenleistungen.

Einheitskasse vs. maßgeschneiderte Krankenversicherung
Die private Krankenversicherung bietet Interessierten die Möglichkeit, ihren Gesundheitsschutz individuell abzustimmen und zusammenzustellen. Demgegenüber stehen die gesetzlichen Krankenkassen, bei denen etwa 95 Prozent der Leistungen vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind. Entsprechend massentauglich ist deren Leistungsspektrum, spezielle Wünsche etwa bei der Zahnarztbehandlung müssen Kassenpatienten dagegen aus der eigenen Tasche zahlen.

Um in die PKV wechseln zu dürfen, müssen Angestellte im Jahr 2019 über ein jährliches Brutto-Einkommen von mindestens 60.750 Euro verfügen. Selbstständige, Studenten und Beamte können sich einkommensunabhängig privat versichern. In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es keine Vorgaben, im Gegenteil: Krankenkassen dürfen niemanden ablehnen.

In der privaten Krankenversicherung gilt: Je umfangreicher die Leistungen, desto mehr müssen Versicherte an Beiträgen aufwenden. Bevor sie sich nach einem privaten Versicherungstarif umschauen, ist es daher sinnvoll, sich genau zu überlegen, welcher Schutz ihnen besonders wichtig ist.

Tipps für den Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung
Wer nicht in die PKV wechseln kann oder will, hat je nach Bundesland die Auswahl zwischen rund 50 Krankenkassen. Passen dort Leistungen und Preis nicht zu den eigenen Wünschen, können sich Verbraucher eine neue Kasse suchen.

Der Wechsel ist dabei denkbar einfach. Eine schriftliche Kündigung mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende reicht aus. Nur wenn Versicherungsnehmer in den letzten 18 Monaten ihre gesetzliche Krankenkasse gewechselt haben, ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich.

Tipp: Wenn gesetzlich Versicherte zu viel zahlen oder nur dürftige Leistungen erhalten, sollten sie ein besseres Angebot prüfen. So bieten einige Kassen Anti-Stress-Programme oder Rückentraining an. Mehr zum Krankenkassenwechsel erfahren

Leistungen ergänzen
Egal ob private oder gesetzliche Krankenversicherung: Oft gibt es Leistungen, die man gerne in Anspruch nehmen möchte, deren Kosten aber von der Krankenversicherung nicht erstattet werden. In solchen Fällen kann eine Zusatzversicherung weiterhelfen. Je nach Tarif werden etwa die Kosten für Zahnersatz, Heilpraktikerbehandlungen oder stationäre Sonderleistungen wie die Chefarztbehandlung oder ein Krankentagegeld beziehungsweise Krankenhaustagegeld erstattet. Da sich die Tarife jedoch sehr in Preis und Leistung unterscheiden, sollten Interessierte mehrere Angebote zur Zusatzversicherung berücksichtigen und diese vergleichen.